Leseprobe:
Reisen will gelernt sein
©Peter Leutwyler
Ich war sehr erstaunt wie unvorbereitet die Leute auf die Reise gehen. Oft kommen enttäuschte Leute zu mir und schimpfen über die Reise und das Land und das Hotel, und natürlich auch über das Wetter. Haben Sie keinen Reiseführer oder ein Buch über das Land gelesen? Mit einem „NEIN“ war alles schon gesagt. Reisevorbereitung ist nicht nur den Koffer packen, sondern vieles mehr.
Am schlimmsten sind aber unmögliche Erwartungen und Ansprüche. Gerade die schönen Südengland Reisen. So mancher Rosamunde Pilcher Fan, erklärte mir, da vorne muss ein Schloss stehen….. Ja gute Frau im Film ist alles möglich, aber dieses Schloss steht in Schottland. Da waren auch die mitgeschleiften Ehemänner, welche schon vor der Abfahrt knurrten: „So nun kannst Du abnehmen bei der englischen Küche, und hast Du die Schwimmflossen dabei, da regnet es ja nur“ und das schon vor der Abfahrt.
Kapitel 2 Die Reise nach England
Reisevorbereitungen
Gerade bei England ist es so wichtig, sich gut auf die Reise vorzubereiten, egal ob Sie individuell oder in Gruppen reisen. Egal ob Sie selbst fahren oder sich fahren lassen. In England ist Alles anders, nicht nur der Linksverkehr.
Was ist England?
Was für eine Frage..... doch sie ist sehr berechtigt. Wenn wir schon England besuchen, müssen wir uns schon einige Begriffe merken. Dies ist wichtig, weil die Briten sehr auf exakte Bezeichnungen achten und sehr differenzieren. Dass man die Übersicht behält, möchte ich das am einfachsten anhand der Flaggen erklären.
Was ist das für eine Flagge?
Spontan sagen die meisten das ist die Englische Flagge. Nein das ist der sogenannte Union Jack. Union Jack ist die populäre Bezeichnung der Nationalflagge des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland, die offiziell Union Flag heißt. Die Flagge wird in ihrer heutigen Form seit 1801 geführt.
Der Ausdruck Vereinigtes Königreich Grossbritannien wird unter verschiedenen Ausdrücken und Abkürzungen geführt:
Grossbritannien (abk. GB)
Union Kindom (abk. UK)
Great Britain (abk. GB
Die Bewohner von UK sind die Briten. Einen Schotten könnten sie daher höchsten noch als Brite bezeichnen (eher ungern). Die Briten selbst bezeichnen ihr Land in der Alltagssprache als UK oder kurz Britain und nur selten als Great Britain.
Wer gehört zu Grossbritannien? Diese Grafik (Quelle Wikipedia) soll ihnen die Zugehörigkeit, und deren Flaggen zeigen.
So entstand der Union Jack, aus Flaggen der beteiligten Länder. Wenn sie sich diese Grafik einprägen, dann verstehen sie was gemeint ist, wenn man von Engländer oder wenn man von Briten oder von UK oder England spricht.
Die Flagge von England ist das rote St.-Georgskreuz auf weißem Grund
Ja sie haben es verstanden sie haben 2 Reiseziele. Sie besuchen England und Grossbritannien.
Die Uhren laufen anders
Ein oft gehörtet Satz: In England ticken sogar die Uhren anders. Ich möchte aber sagen in ganz Grossbritanien ist das so. Wie die meisten wissen leben die Briten in einer anderen Zeitzone. Die Zeit ist eine Stunde zurück, also auch bei Sommerzeit. Dies hat nichts mit der Sommerzeit zu tun sondern mit der Zeitverschiebung. Die Briten leben im 0-er Meridian. Dieser 0-er Meridian geht genau durch die Sternwarte von Greenwish. Darum spricht man auch von der Greenwish Zeit. Obschon dieser 0-er Meeridian in Spanien auch das Festland berührt befindet dort keine Zeitverschiebung. Diese Zeitverschiebung betrifft nur die Inseln von GB.
Die Briten haben auch keine 24 Stunden am Tage sondern 2 mal 12 Stunden Abschnitte. Von Mitternacht bis zum Mittag wird der Stundenangabe noch ein „am“ hinzugefügt. Beispiel 8:05 am. Nach Mittag 12 Uhr wird dann das „pm“ dazu gefügt. Beispiel 8:05 pm. Damit unterscheidet es sich ob es 8 Uhr am Morgen oder am Abend ist. Soweit wäre es einfach wenn man nicht in Grossbritanien wäre. Wenn Sie jemand auf 8 pm zu einem Dinner (Nachtessen) einladen, vermeiden sie unbedingt das „pm“. Sie beleidigen damit die eingeladenen Personen. Sie zeigen damit, dass Sie die Leute für blöd halten, da ein Dinner immer am Abend stattfindet. Also wenn die Zeit eindeutig ist, dann lassen sie diese Bezeichnung weg.
Nun noch Wissenswertes zur 12 Stunden Regel allgemein.
Die Abkürzungen AM und PM findet man auf Uhren mit digitaler Anzeige in der 12-Stunden-Anzeige sowie auf Flugplänen bzw. Zeitplänen aller Art im Ausland. Besonders verbreitet ist es in den USA. Dort ist das "Zwölf-Stunden-System" üblich, man spricht also nachmittags nicht von 16 Uhr, sondern von 4 Uhr. Um die Uhrzeiten zwischen Tag und Nacht dabei unterscheiden zu können wird AM und PM verwendet. Es wird also dazu gesagt, ob man von morgens/vormittags oder nachmittags/abends spricht. Aber was bedeutet das nun?
Die beiden Abkürzungen stammen aus dem Lateinischen: AM ( Ante Meridiem): bedeutet "vor dem Mittag", PM (Post Meridiem): bedeutet "nach dem Mittag". Es gibt verschiedene Schreibweisen, wie z.B.: AM und PM, a.m. und p.m., A.M. und P.M., A/M und P/M oder AM / PM.
Besonders in englischsprachigen Ländern wie Australien, Neuseeland, Kanada oder den USA wird nur die 12-Stunden-Zählung verwendet. In Großbritannien gibt es immer mehr Ausnahmen wo man sich der in Europa üblichen 24-Stunden-Zählung (0:00 bis 23:59 Uhr) angepasst hat (die auch Militärzeit genannt wird).
Nicht nur bei Fahrplänen, sondern auch bei Verabredungen oder Terminen aller Art muss man sich in Ländern mit 12-Stunden-Zählung umstellen. Hilfreich ist dabei eine Uhr mit digitaler Anzeige, weil man hier einfach umstellen kann. Das geht natürlich auch mit dem Smartphone, der Smartwatch oder dem Tablet bzw. dem Laptop
Die 12-Stunden-Zählung geht bis ins Mittelalter zurück. Der Tag wurde ursprünglich in zwei Hälften (Hell und Dunkel bzw. Tag und Nacht) unterteilt, was allerdings ziemlich ungenau war.
Mit Erfindung der Uhr, die für die Bevölkerung vor allem in Form der Turmuhr an den Kirchen in Erscheinung trat, wurde quasi die 12-Stunden-Zählung eingeführt. Wegen der größeren Deutlichkeit hat sich in der Verwaltung sowie in Wirtschaft die 24-Stunden-Zählung durchgesetzt, die heute in ganz Europa und vielen anderen Teilen der Welt Standard ist. In Europa ist sogar die Schreibweise von Büro- und Verwaltungszeiten in einer DIN Norm (5008) geregelt.
Das Essen ein Ritual
Unter diesem Titel möchte ich nicht die guten Spezialitäten aufführen, sondern über die Gepflogenheiten der Britischen Esskultur mich unterhalten. Nur wer das weiss erspart sich viel Ärger. Auch hier spielen alte Traditionen mit.
Breakfast (Frühstück
Wir verfolgen nun Briten einen ganzen Tag beim Essen. Es beginnt schon am Morgen sehr früh. Der erste Tee wird im Bett eingenommen. Wer schon mal in einem echt Britischen Haus übernachtet hat, weiss wie kalt die Räume vor allem im Winter sind. Also wärmt man sich zuerst tüchtig auf mit heissem Schwarztee. Wer zuerst erwacht setzt den Schwarztee auf und serviert den Tee den Mitbewohnern. In Mehrfamilienhäuser übernimmt dies meistens immer die gleiche Person. Da wird aber nicht ans Bett serviert sondern nur an die Haustüre. Meistens isst man dazu ein oder mehrere Bisquit. Dem Hausherr bringt man natürlich die Morgenzeitung mit dem Tee ans Bett. Da wird zuerst die Börse studiert, so weiss man ob man überhaupt noch aufstehen soll. In den Hotels finden sie daher in ihrem Zimmer immer ein Wasserwärmer mit einem Teeservice verschiedene Teesorten, aber sicher Schwarztee und oft auch noch Bisquit. Also geniessen die ersten Tee auch im Bett. Leider wurde mir während all meinen GB Fahrten nie ein Tee ans Bett serviert. Nun haben die meisten Hotels auf dem Kontinent diesen Self Made Tee auf den Zimmern von der Insel übernommen.
Nun folgt das Frühstück. Wir kennen bereits das englische Frühstück oder meinen es zu kennen. In vielen Hotels auf dem Kontinent wird man gefragt: Wollen sie ein englisches oder kontinental Frühstück. Also lesen sie trotzdem weiter, viele meine das englische Frühstück zu kennen.... aber weit gefehlt... ich schreibe vom britischen Frühstück. Wenn sie sich an den Tisch setzen erwarten sie ja nicht gleich einen Tee zu bekommen. Nein den haben sie bereits im Bett getrunken. Nun wird zuerst gehabert. Gehabert? Ja gehabert .... wie die Pferde, das gibt Kraft. Früher wurde eine Schüssel Borritch hingestellt. Borritch Haferflocken mit Zucker und Milch gekocht zu einem Brei. Lange Zeit war dieses Gericht verpönt und man hat es vom Speisezettel gestrichen. Nun hat sich das aber dank der vielen Nachfragen der Touristen wieder etabliert. Ich weiss noch eine Zeit, da kannte ich nur ein Hotel das Borich servierte, aber auch nur auf Anfrage. Man war ausgewichen auf andere Kraftflocken wie Corn Flaces, Birchermus, und was es da alles gibt. Etwas besonderes auf dem Frühstückzettel beim ersten Gang ist Weizenkleie. Dabei wurde die Weizenkleie zu einem Briquett zusammengepresst. Man kann sie Knappern wie ein Brot oder einweichen in Milch. So nun haben sie gehabert. Dann schreiten wir zum 2. Gang. Aber auch hier weit und breit kein Tee kein Tost. Nun wird es üppig. Ein paar Esslöffel weisse Bohnen an einer Tomatensauce. Dazu diese kleinen Würstchen, welche ähnliches mit unseren Bratwürsten haben. Rümpfen sie nicht die Nase. Es lohnt sich immer wieder diese zu probieren auch nach einem Reinfall. Die Qualität reicht von eingepacktem Sägemehl bis zu super lecker. Wenn wir schon bei den Würsten sind vergessen sie nicht den Black Pudding. Nein das ist keine Süssspeise. Pudding sind in der britischen Küche Resten. Black Pudding sind Blutwürste mit Speckmocken, gut gewürzt. Bei vielen ist es schon eine Mutbrobe diese sich am frühen Morgen auf den Teller zu schöpfen, geschweige denn zu essen. Schliessen sie einfach die Augen und probieren sie, denn sie verpassen viel. Auch hier gibt es grosse Qualitätsunterschiede, versuchen sie einfach immer wieder. Ein paar gebratene Champignons finden immer noch Platz. Nicht vergessen ein paar rohe Tomaten und Gurkenscheiben mit auf den Teller. Das alles findet man auf den Hotelsbuffets. Nun aber das Wichtigste für den Briten fehlt noch..... die Eier. In den meisten Fällen wird man danach gefragt, und kann es beim Servierpersonal bestellen, denn der Brite liebt die Eier frisch zubereitet. Nun beginnt die Qual der Wahl: Möchten sie weich gekochtes Ei oder lieber hart.... möchten sei Spiegelei oder Rührei.... mit Speck oder lieber Schinken..... möchten sie eine Omolette mit Pilze und oder Kräuter.... oder Peperoni und oder Tomaten... oder auch hier mit Speck oder Schinken..... wir können auch 3 Käsesorten reinmischen.... die Aufzählung nimmt kein Ende... Was war das Erste was sie gesagt haben, die meiste Antwort auf all diese Fragen. Nun eigentlich Satt sind wir schon lange, aber halt jetzt geht es weiter. Nun muss doch endlich das kommen was wir unter englischem Frühstück verstehen. Ja richtig Tee und Tost. Alleine schon die vielen Sorten Schwarztee, welche einem aufgeschwatzt werden, stiften schon für Verwirrung. Doch die nicht Britischen Teesorten welche man wegen den Touristen zugelegt hat lassen die Liste endlos werden. Vom Greentee bis zu Blasentee, vom Pfeffermünz bis zu den Ringelblumen... aber bleiben sie doch Britisch beim Schwarztee..... ah Kaffee wollen sie.... haben wir doch auch..... Espresso oder Capucino? Bleiben sie doch beim Schwarztee ich habe es ihnen ja gesagt. Ja endlich kommt der Tost mit Butter. Möchten sie Marmelade oder Jam? Marmelade gerne..... Gerne???? Unter Marmelade versteht der Brite die Bitterorangenconfi aus Spanien. Diese werden von den Zierorangenbäumen in den Pärken und Alleen in Spanien geerntet. Alle anderen Confitüren sind Jam. Es gibt schon Leute die lieben Bitterorangenconfi, aber ich bin noch keinen begegnet. Langsam kehrt Ruhe ein im Frühstücksraum. Der bittere Duft vom verbrannten Toast hängt immer noch in der Luft. Da bleiben mir die Bissen schon vor dem 2. Gang im Halse stecken. Viele Hotels haben wegen der Ungeduld der Touristen auf Toast Backmaschinen hingestellt. Keine komplizierte Maschine, ich würde sagen einfacher als der Toaster zu Hause. Aber sobald mehr als 2 Personen um die Maschine stehen und jeder findet noch einen Drehknopf oder Schalter.... und jeder kennt die Maschine noch vom Italienurlaub und gibt Instruktionen..... da schaue ich dass ich mein Frühstück schnell zu Ende bringe. Dann ist es wie bei der Papstwahl, plötzlich steigt schwarzer Rauch auf.... und wenn ich Glück habe gibt die Maschine den Geist auf. Nun das Frühstück dauert seine Zeit. Man muss aber wissen dass dies dem Briten seine wichtigste Mahlzeit ist. Darum ist der Arbeitsbeginn bei den Briten auf 9 am festgelegt.
Lunch (Mittagessen)
Dafür ist die Mittagszeit Lunchtime sehr kurz. Nach einem solchen deftigen Frühstück ist auch der Hunger bei den Touristen nicht sehr gross. Der Brite verpflegt sich in Kaffees, Bäckereien, oder Pups. Früher hatten die Restaurants nur am Abend offen. Vor allem an Touristenorten, sind die Restaurants nun auch über den Mittag offen. Oft haben auch Kathedralen oder andere Sehenswürdigkeiten ein Kaffee wo man sich gut und günstig verpflegen kann. Auch die Bäckereien bieten grosse Auswahlmöglichkeiten. Meistens ist in Kaffees und Bäckereien Selbstbedienung. Ja was wird denn da gegessen. Eine besondere Spezialität sind die Cornish Pasty. Dies ist ein Menue eingepackt in einem Teig. Sie haben eine grosse Ähnlichkeit mit der Pizza Calzone. Diese Spezialität geht zurück zur Zeit als es in England noch viele Bergwerke gab. Da haben die Frauen verschiedenste Menue in diesen Teig gepackt. Heiss wurde diese Cornish Pastys in ein Thermogefäss gepackt. In der kurzen Mittagspause assen die Arbeiter ohne Hände zu waschen, diese Menues aus dem Teig. Der Teig wurde sehr schmutzig und wurde nach dem Essen weggeworfen. Heute wird der Teig auch gegessen, man sieht es aber der Bevölkerung auch an. Eine weitere Unart ist auch, dass der Fastfood Einzug gehalten hat. In allen grösseren Städtchen findet man diese Amerikanischen Foodketten. Ich glaube kaum dass sie extra nach Britanien reisen um einen MC Burger zu verzehren. Eine weltweite Britische Spezialität ist das Sandwich. Wahrscheinlich wurde das Sandwich nach John Montagu, 4. Earl of Sandwich, einem britischen Staatsmann und angeblich leidenschaftlichen Kartenspieler benannt, der Überlieferung zufolge nach 1762 während eines stundenlangen Spiels keine Zeit zum Essen fand. Montagu habe sich daraufhin das Essen in zwei Brotscheiben legen lassen, worauf ein Mitspieler ebenfalls „ein Brot wie Sandwichs“ verlangt habe. Das ursprüngliche Sandwich bestand einfach aus einer Scheibe gesalzenen Rindfleischs zwischen zwei Scheiben Toastbrot. Ein gesundes Mittagessen, das sich immer weiter entwickelte. Das berühmte Clubsandwich ist heute immer noch das Sandwich Nummer 1 bei den Briten mit Rostbeef und Salaten. Heute gibt es Sandwiches in allen Varianten und verschiedenen Brotarten. Der normale Brite nimmt seinen Lunch im Pup ein.
Der Lunch im Pub
Bevor wir uns im Pub verköstigen müssen wir doch noch einiges über den Pub wissen.
Wenn sie mit Kindern reisen, beachten sie bitte die Britischen Vorschriften welche auf für die Lunchtime gelten. Der Aufenthalt in einem Pub und der Genuß von Alkohol ist erst ab 18 Jahren erlaubt. 14- bis 17jährige ist der Zutritt zur Bar und das Konsumieren ( jedoch nicht der Kauf ) von alkoholfreien Getränken nur in Begleitung eines Erwachsenen gestattet ( in Schottland dürfen junge Leute ab 14 alkoholfreie Getränke selbst kaufen, wenn der Pub auch Essen anbietet ). Generell sind Pubs, die für Kinder oder Familien geeignet sind, mit dem Aushang "Children´s Certificat" gekennzeichnet. Am besten den Besitzer/Pächter nach den bestehenden Regeln fragen.
Nun das Essen im Pub ist für uns Kontinentler nicht so logisch. Sie betreten den Pub, welcher je nachdem was für Kunden diesen besuchen unterschiedlich dekoriert ist. Meist strahlt ein Pub eine gemütliche Atmosphäre aus. Sitzgruppen meist aus Leder laden nicht gerade zum Essen ein. Für das kurze Mittagessen genügt es in der Regel. Ab und zu finden sie auch Tische mit Stühlen, doch die Tische sind viel zu klein. Ja sie sind zu klein, aber sie müssen auch nur Platz bieten für Gläser. Alles ist viel zu eng man sitzt fast aufeinander. Man könnte mit dem weit entfernten Nachbarn diskutieren so nahe ist er bei mir. Aber dafür ist der Pub geschaffen zum gemütlichen Bier und ein wenig die Welt verbessern. Seien sie nicht wählerisch und belegen einen Tisch.... nein nicht absitzen. Im Pub gibt’s keine Bedienung bei der man bestellen kann. Sie können den ganzen Tag da sitzen und werden nicht beachtet, obschon sie immer wieder nach dem Kellner rufen. Bestellt wird an der Theke. Halt schauen sie auf den Tisch. Irgendwo hat es eine Nummer. Diese Nummer kann auf einem Stein sein der auf dem Tisch liegt oder im Serviettenhalter. Es gibt viele Möglichkeiten. Diese Nummer merken sie sich. Nun auf dem Tisch ist auch keine Menukarte aufgelegt. Nein die ist auch bei der Theke aufgelegt. Diese Karte können sie studieren während sie anstehen. Dem Anstehen werde ich ein besonderes Kapitel widmen. Viele Pubs haben an der Rückwand eine Schiefertafel. Darauf schreiben sie die Menueauswahl. Nun sind sie an der Reihe. Sie werden sehr freundlich begrüsst und ohne Luft zu holen gleich nach der Nummer gefragt. Nummer? Viele verstehen die Frage nicht, aber der Barkeeper versteht ihr fragendes Gesicht auch nicht. Die Nummer gehört doch zum Essen im Pub. Aha..... die Tischnummer ist gefragt. Schon wieder vergessen, oder nicht geschaut. Schnell gehen sie zum Tisch und suchen die Nummer. Sie haben es bemerkt wie sie strafende Blicke der Wartenden sie verfolgen. Dann kommt gleich die nächste Frage.... wie viele Personen. Der hat doch gesehen wie wir zu Viert reingekommen sind. Er sieht doch auch dass 3 Personen noch am Tisch sitzen. Nein das ist eine berechtigte Frage. Er weiss ja nicht ob sie noch Freunde erwarten.... obschon sie keinen Platz am Tisch hätten. Der Brite hat seine Freundlichkeit, aber auch Tradition. Die Nummernfrage und die Anzahl Gäste ist fest in Stein gemeisselt. Nun können sie bestellen. Zwei Clubsandwiches, eine Fischplatte, und ein Salatteller. Schnell kritzelt der Barkeeper diese Angaben auf ein Fetzen Papier. Alles mit Abkürzungen kaum lesbar, es sieht aus wie ein Medikamenten Rezept eines Arztes. Nun kommt schon die Frage nach den Getränken. Vermeiden sie Wein zu bestellen, dafür ist die Mittagszeit zu kurz. Das meist getrunkene alkoholische Getränk ist Bier in den verschiedensten Sorten. Nun können sie zahlen. Mit den Getränken gehen sie an den Platz, das Essen wird gebracht. Während sie da sitzen und warten und die Getränke schon fast leer getrunken haben (sie können übrigens einfach an der Theke neue Getränke holen), kommt ein Kellner an den Tisch. Er fragt nun jeden Einzelnen was er bestellt hat. Bekommt er die Antwort legt er das Gedeck hin. Klar mein Vis a Vis hat die Fischplatte bestellt. Nein der bekommt das gleiche Gedeck wie jene vor ihm. Das ist wieder nur eine Tradition und Foskel verbunden mit Höflichkeit. Ich habe zwar schon die Behauptung aufgestellt, er hilft der Küche beim entziffern des Notizzettels des Barkeepers. Nach einer Weile wird der Salat serviert. Kurz darauf folgt die Fischplatte. Fangen sie mit dem Essen an. Es passiert lange nichts mehr. Man hat die 2 Clubsandwiches nicht vergessen. Stören sie die Briten nicht in ihren Abläufen und Ruhe. Sie können den Kellner rufen wie sie wollen, der lässt sich nicht stören. Sie haben doch nichts zu essen, also haben sie auch nichts zu beanstanden. Des Rätsels Lösung ist in der Küche zu suchen. Jeden Tag werden die Rollen verteilt. Einer ist zuständig für die Salatküche, ein anderer für die Fischküche, wieder ein anderer für die Sandwiches. Nun die Salat- und Fisch-Küche haben wenig Bestellungen dafür wurden viele Sandwiches bestellt. Nun auch wenn sie keine Arbeit mehr haben, werden sie dem Sandwich Koch nicht helfen. Heute ist doch er zuständig für die Sandwiches. Nicht nur in der Industrie sondern auch in der Gastronomie sind klare Rollen- und Arbeits-Verteilungen, welche von den Briten strikte eingehalten werden. Also warten sie... ihre Clubsandwiches kommen bestimmt. Sie sind ein gern gesehener Gast, wenn sie das Leergeschirr an die Theke zurückbringen. Hier ist die Zuständigkeit nicht ganz definiert. Ist der zuständig welcher die Bestellung auf nimmt, oder der das Gedeck hinlegt, oder sogar der der das Essen serviert... oder ist es am Ende doch die Küche die haben das Geschirr doch versaut, ja aber da wären doch noch die Gläser. Das Einfachste ist der Gast ist zuständig, er hat ja alles benutzt. Ich weiss es ist etwas überspitzt, aber ich wollte nur etwas die Gedankengänge der Briten aufzeigen... Sorry.... Es ist unangenehm wenn ein schöner Platz noch überhäuft ist mit schmutzigen Geschirr der Vorgänger... also räume ich immer meinen Platz auf, das ist schliesslich Britisch.
Tea Time
Tea time, zu Deutsch „Teezeit“ oder „Teepause“, ist eine Tradition in Großbritannien. Generell wird auf den britischen Inseln beinahe rund um die Uhr Tee konsumiert. Die Briten beginnen den Tag bereits mit einem Tee.
Eine Teepause ist in der Regel eine ungezwungene Angelegenheit, die meist aus einer Tasse Schwarztee, sowie Keksen, Kuchen, Sandwiches, Schokoriegeln oder Ähnlichem.
Darüber hinaus kann zu besonderen Anlässen auch ein förmlicher afternoon tea genommen werden. Der u. a. im deutschen Sprachraum beliebte Ausdruck vom five o’clock tea („Fünf-Uhr-Tee“) ist dagegen im angelsächsischen Sprachraum unbekannt.
Die Briten haben eine lange Tee-Tradition. Während der Kolonialzeit bekamen sie frischen Tee aus ihren Kolonien. So sind im Vereinigten Königreich immer noch die indischen Teesorten oder verschiedene Mischungen (Blends) wie zum Beispiel English Breakfast am beliebtesten. Tea Rooms und Cafés, die etwas auf sich halten, haben auch Earl Grey, Darjeeling oder Assam auf der Karte.
«Nice and strong»: Gut und stark - so bevorzugen die Briten ihren Tee. Sie lassen ihn denn auch gerne lange ziehen. Meistens wird ein Kännchen mit heissem Wasser dazu gereicht. Mit dem Nachgiessen verhindert man, dass der Tee zu bitter wird. Und «a drop of milk» (ein Tropfen Milch) und Zucker gehören unbedingt hinein. Je nach Vorliebe gibt man zuerst die kalte Milch und dann den heissen Tee in die Tasse oder umgekehrt. Im viktorianischen England hing das von der Qualität des Porzellans ab, heute ist es eine reine Geschmackssache. Also ich bevorzuge den Schwarztee ohne Beilage, so kann ich unbesorgt und ohne Kalorienzähler unzählige Tassen Tee am Tag geniessen.
Hier ein paar Tipps für die Zubereitung:
Am besten verwendet man kaltes, frisches Leitungswasser und bringt es zum Kochen.
Die Ziehzeit variiert je nach Sorte. Grundsätzlich gilt: Zieht der Tee kurz, wirkt er anregend. Zieht er lang, wirkt er eher beruhigend.
Tee braucht Platz für die Entfaltung. Deshalb zum Ziehenlassen am besten eine genügend grosse Kanne mit Deckel benützen.
Milch im Tee: Je stärker und malziger ein Tee ist, desto besser verträgt er sich mit kalter Milch (Assam, Ceylon). Milch bindet die Bitterstoffe und der Tee wird dadurch weniger herb.
Cream Tea
Als cream tea (Englisch wörtlich „Sahnetee“, im Sinne von „Nachmittagsimbiss mit Sahne“). Sahnetee hatten wir doch schon. Den Sahnetee meine ich nicht, denn ich möchte ihnen eine leckere Spezialität der Briten vorstellen. Bestellen sie einen „Cream Tea“ zwischen 4 und 6 Uhr pm, dann wird ihnen diese Spezialität serviert. In vielen Touristenzentren kann man diese Spezialität bereits zur Mittagszeit bestellen. Es ist ein nahrhafter Lunch. Exakt müsste man Devon cream tea oder Cornish cream tea bestellen. So wird in Großbritannien eine kleine Mahlzeit bezeichnet, die aus Tee, meist mit Milch, Scones, Clotted cream und Erdbeerkonfitüre besteht.
Die Namen Devon cream tea bzw. Cornish cream tea beziehen sich auf die südwestenglischen Grafschaften Devon und Cornwall, beides Zentren der Milchwirtschaft und damit die Heimat der Molkereispezialität Clotted cream.
Clotted Cream (auch Streichrahm) ist eine Art dicker Rahm, der aus roher (unhomogenisierter und unpasteurisierter) Kuhmilch hergestellt wird. Die Milch wird dazu in flachen Pfannen erhitzt und für mehrere Stunden stehen gelassen. In dieser Zeit sammelt sich der Rahm an der Oberfläche und bildet Klümpchen („clots“). Der Geschmack von Clotted Cream ist dem von Mascarpone ähnlich. Sie hat einen Fettgehalt von mindestens 55 %, was 94 % Fett in der Trockenmasse entspricht. Also keine Nahrung für Kalorienzähler. Aber springen sie doch über den Schatten. Ein Cornwall Besuch ohne Cream Tea, ist wie ein Venedig Besuch ohne Canale Grande. „Cornish Clotted Cream“ ist eine geschützte Ursprungsbezeichnung für Rahm, der nach traditionellem Rezept in Cornwall hergestellt wird.
Clotted Cream wird auch zur Herstellung von Spezialitäten im englischen Südwesten, beispielsweise Fudge (Karamelbonbon) oder Eiscreme, verwendet. Geniessen sie auch mal ein Orginal Cornish Ice Cream bei einer Tea Time.
Außerhalb Großbritanniens kann ein Ersatz aus einer Mischung von zwei Teilen Vollmilch mit einem Teil Crème double hergestellt werden. Die Mischung wird in einer Pfanne bei kleinster Hitze für einige Stunden erhitzt, bis sich eine Haut bildet. Anschließend wird die Pfanne an einem kühlen Ort über Nacht stehen gelassen. Dann wird der geklumpte Rahm von der Oberfläche abgeschöpft, die restliche Milch kann anderweitig verwendet werden. Ich mache es mir da einfacher. Ich nehme den berühmten Doppelrahm aus Gruyére. Den lasse ich ein paar Wochen im Kühlschrank eindicken.
Ein Scone ([skɒn] oder [skoʊn]) ist ein von den britischen Inseln stammendes Gebäck, das oft zur Tea Time gereicht wird.
Der Ausdruck wird im Englischen in der Regel im Plural (Scones) gebraucht, obwohl man ein einzelnes dieser Gebäckstücke auch als Scone bezeichnet. Das Wort scone wurde wohl aus dem Niederländischen schoonbrood „Schönbrot“ (Brot aus feinem Mehl) zunächst in das Scots entlehnt und fand von dort im 19. Jahrhundert den Weg in die englische Sprache.
Das ursprünglich eher flache Gebäck wird heute aus Weizen-, Gersten- oder Hafermehl und Backpulver als Triebmittel hergestellt. Vor der Erfindung des Backpulvers wurden Scones nicht im Backofen, sondern in einer Pfanne zubereitet und ähnelten eher einem kleinen Pfannkuchen
Die besondere Konsistenz der Scones entsteht durch das Einarbeiten kalter Butter in den Teig, der nach Zugabe von Milch nur wenig gemischt oder geknetet werden darf. Scones gibt es auch mit Rosinen oder pikant mit Käse, Zwiebeln und Oliven. Wichtig ist jedoch, dass die Scones lauwarm auf den Tisch kommen.
Mit dem Essen werden sie nun etwas gefordert. Wir haben gelesen die Scones haben eine besondere Konsistenz. Geht man mit ihnen nicht sorgfältig um, so zerfallen sie in ihre Einzelteile und sie haben den Teller voll Brosamen. Nun müssen wir als erstes die lauwarmen Scones der länge nach halbieren. Verwenden sie dazu ein Messer mit Zacken. Ohne zu drücken mit sorgfältigen Hin- und Herbewegungen und viel Geduld teilen sie die Scones in 2 Teile. Nun bestreichen sie die 2 Hälften mit Clotted Cream. Stop nicht bestreichen, das schadet den Scones. Nein sie spachteln und kleben den Clotted Cream förmlich auf die Scones. So zusammen geklebt, verleiht es ihnen wieder etwas stabilität. Nun kommt noch die Konfitüre drauf. Ob die Clotted Cream oder die Konfitüre zuerst kommt, ist ein immer wieder kontrovers diskutiertes Thema. In Devon streicht man immer zuerst den Rahm und dann die Konfitüre auf das Scones, in Cornwall ist es genau umgekehrt. Also ich bevorzuge die Devonshire Art schon wegen der Stabilität.
Dinner im Restaurant
Eigentlich geht man Abends ins Restaurant zum Essen. Wie wie schon geschrieben ist ein britisches Restaurant zur Lunchtime geschlossen. Haben sie aber die Gelegenheit auch zur Lunchtime zu besuchen, gelten dieselben Regeln wie am Abend.
Wir betreten das Restaurant. Achtung, hier lauert schon der erste Fauxpas. Wir sind uns gewohnt, dass wir im Restaurant umschauen, von den freien Plätzen uns den schönsten aussuchen, und uns hinsetzen. So nicht im Königreich. Meist finden sie eine schön dekorierte Tafel: „Wait here“, was soviel heisst „Warten Sie hier“. Auch wenn das Restaurant leer ist, oder die Tafel fehlt, warten sie, bis sie angesprochen werden. Das kann für uns sehr nervig werden, vor allem wenn das Restaurant noch leer ist. Es kann dann sein, dass 2 bis 3 Bedienungen am Auftischen sind oder das Dekor herrichten oder anderweitig beschäftigt sind. Versuchen sie nicht diese zu rufen oder sogar zu denen hinzugehen. Warten sie einfach, man vergisst sie sicher nicht. Es ist wie in der Küche, da sind die Arbeiten genau eingeteilt. Es ist auch eine gewisse Hierarchie dahinter. Meistens ist der Empfang der Gäste Sache des Restaurantbesitzers oder dessen Frau. Sie haben richtig gelesen, Empfang der Gäste. Das ist eine Sache die bei uns vielfach fehlt. Oft fühle ich mich nicht willkommen, weil es ja immer in Arbeit ausartet. Solche Restaurants versuche ich immer zu meiden. Nun werden sie Empfangen. Auch wenn sie das erste Mal in einem Restaurant sind, gibt ihnen der Brite immer das Gefühl ein Stammgast zu sein. Doch schon kommt die erste Frage: Wieviel Personen sind sie. Ja diese Frage ist berechtigt, denn auch wenn sie zu viert da stehen, kann es immer noch sein, dass noch Gäste erwartet werden. Das ist nun aber auch die Gelegenheit, Wünsche auszusprechen. Ich hätte gerne einen Tisch am Fenster. Diesen Wunsch können sie unterstreichen, indem sie ein paar Coins aus der Tasche kramen. Ich habe ja geschrieben, halten sie immer genügend Coins bereit. Was nun folgt ist wieder einem traditionellen Ritual. Ob das Restaurant noch leer ist, oder das Restaurant klein und übersichtlich ist, oder schon viele Leute warten. Mit den Worten „One moment please, I'll look quickly which table I can give you“ was soviel heisst „Einen Moment bitte, ich schaue schnell welchen Tisch ich Ihnen geben kann“ entfernt sich die Empfangsperson. Halt nicht hinter herlaufen, sie geht erst schauen. Sie kommt aber schnell wieder zurück und führt sie an einen Tisch. Nun kann es aber auch sein, dass sie zurück kommt mit den Worten: „Sorry, all tables are occupied. Please come to the bar, it will not be long before I have a table for you” was so viel heisst wie: “Sorry, es sind alle Tische besetzt. Kommen sie bitte an die Bar, es dauert nicht mehr lange, dann habe ich einen Tisch für sie”. Nun lernen wir wieder eine Eigenheit der Briten kennen. Bei einem Restaurantbesuch geht der Brite immer zuerst an die Bar. Dort trifft sich der Brite, und nimmt bereits den Apero an der Bar ein. Von dort aus bestellt er auch einen Tisch. Will oder kann er zum Essen gehen nimmt er das Getränk gleich von der Bar mit. Daher kann am Tisch kein Getränk bestellt werden. Die Getränke werden an der Bar geholt, auch in den meisten Hotels. Es gibt zwar Touristenhotels da werden die Getränke auch an den Tisch serviert. Das empfehle ich zwar nicht, denn meistens sind sie schon beim Dessert
Pub Besuch
Bevor wir uns im Pub verköstigen müssen wir doch noch einiges über den Pub wissen.
Die Bezeichnung „Pub“ ist eine Erfindung des Viktorianischen Zeitalters und die Kurzform für „Public House“. Die Einrichtung hingegen geht auf die römischen Besatzer der Antike zurück, die ein weitläufiges Straßennetz errichteten, an deren Knotenpunkte sich Gasthäuser für Reisende ansiedelten.
Seinerzeit war es üblich, dass in den Dörfern einer der Bewohner das gesamte Dorf zu sich einlud, dort dann kochte und Getränke ausschenkte. Dadurch entstand der Begriff Public House. Das heutige Interieur verweist immer noch auf das damalige Aussehen der Pubs. Holzmobiliar, Sofas/Couches und Teppiche luden zum gemütlichen Beisammensein ein, was sich im Vereinigten Königreich bis heute nicht verändert hat. Damit die Pub-Gesellschaften nicht durch „Gaffer“ gestört wurden, wurden dunkel gefärbte Fensterscheiben verbaut, welche das Hineinschauen verhinderten.
In Grossbritanien dürfen Pubs von Montag bis Samstag durchgehend von 11.00 bis 23.00 Uhr und in Nordirland von 11.30 bis 23.00 Uhr geöffnet sein. Manche Pubs, vor allem in ländlichen Gebieten, schließen jedoch nachmittags. An sonntagen gelten folgende Schankzeiten: 12.00 bis 22.30 Uhr ( 12.30 bis 22.00 in Nordirland, von 12.30 bis 14.30 und von 18.30 bis 23.00 in Schottland, obwohl einige Pubs ab 17.00 uhr geöffnet haben ).
Die Umgangsformen sind unkompliziert; das Pub ist einer der wenigen Orte in Großbritannien, an dem Klassenunterschiede eine geringe Rolle spielen. Getrunken wird traditionell Bier in den Variationen Lager, Ale und Bitter aus einer reichen Auswahl, das man sich selbst an der Theke holt und dort auch sofort bezahlt. Speisen (Bar meals) werden unter Nennung der Tischnummer an der Theke bestellt, ebenfalls gleich bezahlt und, sobald sie fertig sind, am Tisch serviert. Eine Bezahlung erst am Ende des Besuchs bzw. auf Deckel, wie in Deutschland üblich, ist nicht möglich, somit ist auch Anschreibenlassen nicht gestattet. Außer Bier sind neben Softdrinks auch andere Getränke wie Cider, Wein oder Spirituosen verbreitet, Cocktails dagegen unüblich. Deutschen Biertrinkern erscheint zudem die Bierausgabe ohne oder mit nur einer kleinen Schaumkrone gewöhnungsbedürftig, jedoch herrscht in Großbritannien die Haltung I pay a pint, I want a pint!, also etwa: Ich bezahle ein (ganzes) Pint, also möchte ich auch ein (ganzes) Pint haben! vor.
Anders als in der Schweiz oder Deutschland ist in Großbritannien die Gepflogenheit weit verbreitet, nach der Arbeit mit den Kollegen Bier zu trinken. Folglich stellt der Feierabend die wesentliche Einnahmequelle der Betreiber dar. Allerdings sieht man auch tagsüber schon Geschäftsleute in Pubs, die dort ihre Mittagspause verbringen und dabei auch durchaus schon ein Pint Bier zu sich nehmen. Die Auswahl an Getränken ist meist größer als die Auswahl an Speisen. Traditionelles Pub-Essen sind britische Spezialitäten wie Fish and Chips, Steak and Kidney Pies und andere Fleischpasteten, oft serviert mit mashed potatoes (Kartoffelpüree).
Es ist selbst in überfüllten Pubs verpönt, sich durch auffälliges Rufen oder Geldscheinwedeln beim Wirt Gehör zu verschaffen. Stattdessen wird von diesem erwartet, dass er die Reihenfolge, in der die Gäste eintreffen, im Auge behält. Verliert der Wirt dennoch den Überblick und bedient einen Gast, der noch nicht an der Reihe wäre, so verlangt die Konvention, dass dieser ablehnt und den Wirt mit einem Wink auf den übergangenen Gast hinweist.
Es ist höchst unüblich, im Pub Trinkgeld zu geben. Um sich dennoch für guten Service erkenntlich zu zeigen, kann man dem Wirt mit den Worten „… and one for yourself“ ein Bier ausgeben. Dieser antwortet darauf gelegentlich mit den Worten „I’ll save it for Ron“ (kolloq. für „later on“), er wird also später ein Bier auf Kosten des Gastes trinken – vorher aber sicherstellen, dass er dem Spendierenden zuprostet.
Sehr beliebt sind die sogenannten Pub-Quiz-Abende, an denen von einem Quizmaster Fragen gestellt werden, die das Publikum einzeln oder in Teams lösen muss. Dem Sieger winken als Preis kleinere Geldbeträge. In England ist auch der pub-crawl weit verbreitet, dabei werden möglichst viele Pubs an einem Abend hintereinander besucht.
Seit im Juli 2007 das „Health Act 2006“ (Gesundheitsgesetz 2006) in Kraft trat, ist in allen britischen Pubs das Rauchen streng untersagt. Gelegentlich sind im Außenbereich (Steh-)Tische installiert, überdacht und manchmal auch beheizt, dort ist das Rauchen dann zulässig. Dies führt des Öfteren dazu, dass sich auch bei Regenwetter mehr Personen vor dem Pub befinden als darin.
Das Geld
Ja das wissen wir, England hat ihre Pfunde (Kurzzeichen £). Ja das wissen sie, aber sie müssen noch mehr wissen, vor allem wenn sie Grossbritanien bereisen. Die Briten haben 2 verschiedene Pfunde. Die Engländer haben Ihre Pfunde, aber die Schotten haben andere Pfunde. Man kann sie sehr leicht auseinander halten. Die Schottischen Pfunde haben keine Königin auf den Noten. Die Schotten mögen das Königshaus nicht so besonders, ausser wenn Prinz Charles die Highländer Spiele eröffnet. Es ist eine Art Hassliebe. Auf den Banken werden, wenn man Englische Pfunde verlangt auch Englische Pfunde gewechselt. Also achten sie darauf wenn sie nach Schottland reisen auch Schottische Pfunde verlangen. Vom Gesetz her, müssten in Schottland auch englische Pfunde entgegen genommen werden und umgekehrt auch. Die Wirklichkeit sieht aber anders aus. Kein Schotte würde eine Note in die Finger nehmen auf der die Königin zu sehen ist, aber umgekehrt auch nicht.
Sehr wichtiges Geld ist die 1£ Pfund Münze der sogenannte Coin. Wenn sie blindlings in den Geldbeutel greifen erwischen sie immer zuerst die Coins. Sie sind fast dreimal so dick und so schwer wie die anderen Münzen. Alle Automaten reagieren nur auf Coins. Oft muss man Parkautomaten mit bis zu 20 Coins füttern. Also halten sie vor allem als Individualtourist immer genügend Coins bereit. Ein kleiner Tip. Auf der Fähre befindet sich eine Wechselstube. Kaufen sie dort genügend Coins ein. Es gibt sie abgepackt in 10 Stück Verpackungen.
Der Verkehr
Sind Sie mutig, und bereisen Sie Grossbritannien mit ihrem Auto oder einem Mietauto. Dann ist die Vorbereitung noch wichtiger. Das wissen eigentlich Alle, Grossbritanien hat Linksverkehr. Aber woher kommt das. Das geht zurück auf die Kutschen- und Fuhrwerks-Zeit. Da war überall Linksverkehr. Der Kutscher hielt die Peitsche in der rechten Hand. Damit schaute die Peitsche von rechts nach links schräg diagonal hoch. Damit schaut das Peitschenende bei Rechtsverkehr gegen die Gegenfahrbahn. Dies irritierte die Pferde des Gegenverkehrs. So ist man von Anfang an auf Linksverkehr eingestiegen, so auch auf dem Festland. Es wird aber erklärt, dass das Festland wegen Napoleon auf Rechtsverkehr umgestiegen ist. Er sei Linkshändler gewesen, und damit ist das mit der Peitsche umgekehrt. Wie weit dies wahr ist wurde mir noch nie bestätigt. Tatsache ist aber, dass Schweden als letztes Land den Rechtsverkehr eingeführt hat. Nach grossen Vorbereitungen hat man das reibungslos an einem Sonntag umgestellt.
Es gibt aber immer noch den Linksverkehr auf dem Kontinent. Da staunen Sie..… Haben sie schon beobachtet, dass die Bahn links fährt? Ja Richtig, die Bahn hat immer noch Linksverkehr. Die Bahn, der direkte Nachfolger der Kutschen und Fuhrwerken, hat es versäumt es mit der Strasse gleich zu tun.
Der Linksverkehr haltet viele Leute davon ab, mit dem eigenen Auto nach Grossbritanien zu fahren. Wenn sie es doch versuchen möchte ich ihnen ein paar Tips dazu geben. Kleben sie einen Notizzettel „links fahren“ auf das Steuerrad. Schütteln sie nicht den Kopf, das ist sehr hilfsreich. Die gefährlichsten Momente sind beim Wegfahren von Hotels oder Parkplätzen. Ganz gefährlich ist es, wenn es sich um nicht belebte Strassen und um Strassen ohne parkierte Autos handelt.
Der Beginn in GB ist der einfachste. Von der Fähre bewegt sich ein endloser Autostrom durch Dover. Sie achten immer auf den Vordermann. Ohne dass sie es merken haben sie bereits die ersten Kreisel hinter sich. Es befinden an kritischen Punkten die Tafeln „Links fahren“ auch auf Deutsch, um sie immer daran zu erinnern. Bleiben Sie nicht in Dover so durchqueren Sie mehrere Kreisel, eine gute Übung. Ohne dass Sie es merken sind Sie schon auf einer mehrspurigen Strasse. Sind sie auf der Autostrasse oder Autobahn, schauen sie auf das Steuerrad. Dort steht es „Links fahren“. Die linke Spur ist die Normalspur, die rechte Spur die Überholspur. Ich gebe es zu, es ist nicht einfach immer auf der Überholspur zu sein, und dabei rechts überholt zu werden.
Wenn Sie die mehrspurige Strasse verlassen folgt bei der Ausfahrt in der Regel ein Kreisel . Ungewohnt sind die grossen und zum Teil bis 3 spurigen Kreisel. Dabei ist bei 3 spurigen Kreisel die linke Spur für Linksabbieger. Dabei kommen Sie gar nicht in den Kreiselverkehr, weil diese Spur ist vom Kreisel abgegrenzt. Wichtig!!!! Immer LINKS einfahren und LINKS ausfahren!!!!
Denken sie aber immer daran, sie sitzen auf der falschen Seite. Ja das hat einen sehr grossen Einfluss. Sie haben nicht immer den grossen Überblick und Sie haben viel mehr tote Winkel. Schauen sie, dass der Beifahrer ihnen beim schauen hilft. Sprechen sie sich vorher gut untereinander ab, damit es keine Missverständnisse gibt.
Die Autobahnen werden durch blaue Schilder und einer Straßennummer (mit vorangestelltem M) signalisiert, wie M1 (ohne Leerzeichen). Zu einer Autobahn ausgebaute A-Straßen werden mit einem nachgestellten (M) gekennzeichnet, z. B. A1(M). Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 70 Meilen/h (112 km/h). Da Linksverkehr herrscht, gelten anders als in Kontinentaleuropa die Fahrspuren auf der rechten Seite als Überholspur. Autostrasse Autobahn, ist in Grossbritanien eine grosse Frage. Heute sind die Autostrassen so gut ausgebaut wie eine Autobahn. Der einzige und wichtige sichtbare Unterschied ist,
mit Pannenstreifen = Autobahn
ohne Pannenstreifen Autostrasse
Eigentlich sind es keine Autostrassen, es sind Schnellstrassen, Es kann gut sein, dass sie auf diesen Strassen einem Fuhrwerk oder einem Bauer mit Traktor begegnen. Plötzlich stehen sie vor einem Reitweg der die Schnellstrasse kreuzt. Viel schlimmer sind noch die Rotlichter, welche wie aus dem Nichts auftauchen und zum Halten zwingen. Seien sie also auf der Hut auf diesen Strassen und meinen sie nicht sie seien auf einer Autobahn. Die Geschwindigkeit immer auf Sichtweite anpassen.
Die Briten waren immer ein Seefahrervolk. Darum wundern sie sich nicht, dass sie mit der Windrose konfrontiert werden. Meistens ordnet ein grosser zweispuriger Kreisel die Autobahneinfahrten. Nun werden die Spuren mit z.B. M1 E und M1 W bezeichnet. Das heisst soviel wie die Autobahn-Einfahrt M1 in östlicher Richtung E (east) oder M1 W in westlicher Richtung (west). Nun spätestens müssen sie wissen in welcher Richtung sie fahren oder fahren wollen. Ein kleiner Tip dazu. Haben sie ein Navigationsgerät so haben die meisten Leute das Navi eingestellt „in Fahrtrichtung“ anzeigen. Nun stellen sie das Navi um auf „in Himmelsrichtungen“ anzeigen. Dann ist Norden immer oben, Süden unten, Osten rechts, und Westen links, also wie bei eine Landkarte. Damit können sie sich besser orientieren.
Zoll
Nun der Zoll in Grossbritanien war immer speziell. Früher gab es Formulare die auszufüllen waren. Wohin gehen sie, warum, wo übernachten sie, wie lange bleiben sie.... ein langer Fragenkatalog. Mit dem Beitritt zur EU hat es sich vereinfacht. Das Wichtigste ist für eine Reise nach GB, dass sie ein GÜLTIGES Reisedokument mit sich führen. Es wird jede einreisende Person kontrolliert trotz EU Mitgliedschaft. Offene Grenzen kennen die Briten nicht. Sie wollen wissen wer auf die Insel kommt. Oft endet die Reise nach GB in Calais Frankreich. Auch beim Reisebus müssen alle Passagiere aussteigen und einzeln durch die Zollkontrolle gehen. Der Busfahrer muss alle Klappen und Türen öffnen zur Kontrolle. Sogar der Motorraum wird nach blinden Passagieren untersucht.
Nun mit dem Brexit und Corona ist es sicher nicht einfacher geworden, im Gegenteil sicher werden die Kontrolle wieder verschärfter durchgeführt. Dazu habe ich noch keine Erfahrung.
Strom
In England ist die Netzspannung in England 230 V und die Frequenz 50 Hz. Daher können Sie alle Geräte problemlos verwenden. In England werden Steckdosen des Typ G verwendet. In der Schweiz werden die Steckdosen Typ J verwendet. Am besten besorgen Sie sich den Adapter vor der Abreise, also vom Typ G (GB) zu Typ J (CH). So starten Sie bestens ausgestattet in den Urlaub. Sie haben aber noch eine letzte Gelegenheit auf der Fähre, ein solcher Adapter zu kaufen. Passen Sie aber auf, denn auf der Fähre gibt es auch Adapter für die Engländer. Einfach gesagt, der Stecker muss ein GB sein. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass das Hotel sicher Adapter hat….. NEIN hat es nicht, der Grund ist einfach, man hat aufgehört, solche Adapter bereit zu stellen, weil diese Adapter meistens Beine bekommen haben, natürlich unbewusst.
Natürlich ist das nicht alles was man über Strom wissen muss, denn schliesslich sind wir in GB.
Auf der Foto sehen Sie eine GB Steckdose, mit den 3 markanten und rechteckigen Stecklöcher was dem GB Stecker entspricht. Der GB Stecker ist nicht verwechselbar. Was Sie aber auch noch sehen sind 2 Schalter, das hat es an jeder Steckdose. Der Brite ist sehr sicherheitsbewusst und schaltet nicht nur das Licht an sondern auch die Steckdose. Links ist ein Kabel eingesteckt und der Schalter eingeschaltet und die rechte Steckdose ist ausser Betrieb. Sie können auch sicher sein, dass bei der Ankunft im Hotelzimmer die freien Steckdosen immer ausser Betrieb sind, das gehört auch zu den Aufgaben der Zimmermädchen. So mancher meiner Reisegäste hat sich beim Frühstück beklagt, das man das Handy aufladen wollte, und die Steckdose kaputt war. Es war immer eine grosse Aufruhr, und dies auch nur nach der ersten Nacht, was natürlich ein schlechtes Licht auf das Hotel warf. Die Aufklärung war dann, es waren nur jene Reisenden betroffen, welche meinen Ausführungen während der Fahrt nicht gefolgt sind.
Das ist nur eine Leseprobe ..... ab jetzt wird es richtig lustig und interessant.
Leseprobe: Reisen will gelernt sein.